Montag, 3. Mai 2021

Fahrrad-Demo am 5. Juni gegen Neubau klimaschädlicher Autobahn A39

Am ersten Wochenende im Juni 2021 starten am internationalen Tag der Umwelt mehrere DEMOs für eine Verkehrswende und mehr Klimaschutz. Die Fahrrad-Demos finden unter Einhaltung der Corona-Regeln statt.

 

 

Samstag, 05. Juni 10:00 Start Braunschweig - Scheppau - Wolfsburg

Samstag, 05. Juni 14:00 Fahrrad-Demo ab Hbf Wolfsburg -> Jembke

Sonntag, 06. Juni Fahrrad-Demo gegen die A39 in Lüneburg


Lasst uns gemeinsam mit möglichst vielen Menschen ein deutliches Zeichen für den Klimaschutz setzen. Wir müssen den Neubau der völlig überflüssigen und sinnlosen Autobahn A39 unbedingt verhindern und die Verkehrswende einleiten.

 

Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Natur im großen Ausmaße durch Flächenversiegelungen (über 800 Fußballfelder) zerstört wird. Die Planungs- und Baukosten werden sich in absehbarer Zeit auf 2 Milliarden Euro belaufen. Das Geld muss dringend in nachhaltige Mobilität wie den Ausbau von Bahnstrecken, ÖPNV, Fahrradinfrastruktur investiert werden.

 

Nach 17 Jahren Widerstand gegen die A39 könnte das Jahr 2021 eine besondere Bedeutung erlangen, nicht zuletzt auch wegen des historischen Urteils durch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vor wenigen Tagen zum Klimaschutzgesetz, aber auch wegen der möglichen politischen Veränderungen durch die bevorstehenden Wahlen. 

 

Lüneburg hat es mit großem Erfolg vorgemacht. Am 17.04.2021 wurde die Fahrrad-Demo: Radeln gegen die „Beton-Sackgasse“ durchgeführt. Es war eine sehr beeindruckende Veranstaltung mit über 600 Radfahrerinnen und Radfahrern, die in die Pedale getreten haben. Sämtliche Generationen waren hier vertreten.  Auch hier richtete sich der Protest gegen die A39 und für eine umgehende Verkehrswende.

 

Liebe Mitstreiter:innen aus dem Boldecker Land, wir bitten euch darum, über eure eigenen Kontakte für die Fahrrad-Demo zu werben. Start der Demo ist am 05.06.2021 um 14.00 Uhr am Wolfsburger Bahnhof und endet mit einer Schlußkundgebung in Jembke.


LBU: Klima-Urteil bedeutet das Ende vom A39-Neubau

Klimaschutz-Urteil des Bundesverfassungsgerichts führt nun zum Ende von A39 und A20

Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) Niedersachsen fordert Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker und IHK-Spitze auf, nach dem Klimaschutz-Urteil des Bundesverfassungsgerichts nunmehr endlich die unsinnigen und schädlichen Baupläne für weitere Autobahnen zu beenden. Spätestens bei den Koalitions-verhandlungen im Herbst würden umstrittene Projekte wie A 20 oder A 39 mit ihren jetzt schon schlechten Nutzen-Kosten-Verhältnissen und wegen ihrer Klimaschädlichkeit wohl ohnehin gestoppt werden.


LBU-Vertreter Eckehard Niemann zeigte sich hocherfreut, dass nach engagierten Bürgerinnen und Bürgern, betroffenen Anwohnern, Gemeinden, Land- und Forstwirten, Gesundheits- und Kureinrichtungen nun auch „Fridays für Future“ und Klimaschutz-Bewegungen dem Widerstand  und der Verkehrswende einen starken zusätzlichen Aufschwung verschafften. Diese gesellschaftlichen Bewegungen und der künftige Verfassungsrang des Klimaschutzes würden den bisherigen Einfluss der Autobahnlobby nun brechen, gegebenenfalls auch bei weiteren erfolgreichen Klagen beim Bundesverwaltungsgericht. 

Klare Entscheidungen für den Stopp der Planungen, so Niemann, könnten die nach der Corona-Zeit dringend benötigten Milliardensummen freimachen für wirklich dringliche Projekte bei Verkehrswende, Sozial-, Gesundheits- und Regionalpolitik. Niemann: „Der seit 20 Jahren erfolgreich und beharrlich aufrechterhaltene Widerstand gegen Nonsens- und Wahlkampf-Projekte wie A 39 und A 20 wird nun wohl noch in diesem Jahr endlich erfolgreich sein!“ Für die nächsten Monate kündigten die Autobahn-Gegner:innen weitere Aktionen an.

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

Montag, 19. April 2021

Lüneburg: 600 Menschen fordern Klimaschutz statt Autobahn A39

 

BI „Natürlich Boldecker Land“ protestiert in Lüneburg gegen den Neubau der A39



Rund 600 Menschen setzten am vergangenen 17. April in Lüneburg ein Zeichen für eine Verkehrswende und gegen den Neubau der A39, die auch durch das Boldecker Land führen soll. Die Gegner der geplanten Autobahn radelten in einem Protestzug auf der derzeitigen Ostumgehung von Lüneburg, die der Autobahn einverleibt werden soll, um ein Zeichen gegen den geplanten Neubau der A 39 zu setzen. Unter den zahlreichen Initiativen und Gruppen, die aus den Regionen Gifhorn, Wolfsburg, Uelzen und Lüneburg anreisten, waren auch Mitglieder der BI „Natürlich Boldecker Land“.

Seit 2012 setzt sich die Bürgerinitiative, darunter Karin Loock aus Jembke und Norbert Schulze aus Bokensdorf, bei uns im Boldecker Land gegen den Bau der A 39 ein. Beide waren in Lüneburg dabei. Karin Loock erklärt: „Der Neubau der A 39 ist viel zu teuer. Von anfänglich 400 Millionen Euro sind es nun 1,4 Milliarden Euro, wobei darin noch nicht mal alle Kosten enthalten sind! Das können wir uns nicht mehr leisten. Die A 39 zerstört nicht nur unsere Umwelt, sie widerspricht auch unseren Klimazielen.“ Es sei höchste Zeit, meint Loock, dass die Politik sich von „dieser Planung aus dem letzten Jahrhundert verabschiedet“.

Welche Bedeutung hat die A39 für das Boldecker Land?

„Neue Straßen sorgen für weitere Belastung in der Region“, sagt auch Norbert Schulze. „Im Bundesverkehrswegeplan ist die A 39 als Ausweichstrecke für die A 7 ausgewiesen. Sie zerteilt unsere Dörfer! Sie würde durch schützenswerte Moor- und Waldgebiete führen, würde Teile des Tappenbecker und des Vogelmoores vernichten. Alte Eichenbestände in der Barwedeler Heide müssten weichen - und sie soll dort auch noch mitten durch ein Wohngebiet gebaut werden.“

Karin Loock fügt an: „Mit dem Neubau der A 39 holen wir uns den internationalen Transitverkehr ins Boldecker Land, der dann vorher auf der A 7 gefahren ist! Wir würden mit Emissionen belastet, die vorher nicht da waren. Der Freizeit- und Erholungswert unseres Lebensraums würde erheblich gemindert werden.“

Zudem müssten Landwirte und Grundeigentümer ihr Land für die Autobahn hergeben. „Viele Existenzen sind dadurch gefährdet“, warnt Loock. „Schon seit 2010 sind die betroffenen Landwirte mit einer Flurbereinigung gefesselt und daher mit einer Veränderungssperre belegt. Sie werden in ihrer betrieblichen Entwicklung behindert, und das Jahrzehnte lang.“ Eine solche Flurbereinigung dauere, über den Autobahnbau hinaus, in der Regel mindestens 20 Jahre und ziehe sich damit in die nächste Generation.

Verkehrszunahme und fehlende Ortsumgehungen

Auf der B 188, in Osloß und Weyhausen, würde es durch die A 39 zu einer Verkehrszunahme kommen, da mehr Fahrzeuge aus Richtung Gifhorn kommend auf die Autobahn Richtung Lüneburg wollten, warnt Loock. „Und das alles ohne Ortsumgehungen! Dabei haben die Ortsumgehungen Osloß und Weyhausen im Bundesverkehrswegeplan ein höheres Kosten-Nutzen-Verhältnis als die Autobahn. Aber weil der A 39 eine politische Priorität eingeräumt wird, gibt man ihr den Vorzug. Doch der Verkehr in Jembke und Tappenbeck wird nicht abnehmen, da die nächste Anschlussstelle erst in Ehra ist. Bei Staus auf der A 39 würde der internationale Transitverkehr durch unsere Dörfer rollen.“ Beispielhaft dafür seien die Ortschaften an der A 2. Außerdem werde die Bundesstraße 248 von Tappenbeck bis Ehra zur Kreisstraße herabgestuft. Viele LKW würden weiterhin durch Tappenbeck, Jembke und Barwedel fahren, da auf einer Kreisstraße keine Maut zu entrichten sei. „Und Spediteure sparen auch bei Cent-Beträgen“, warnt Loock.

T+R-Anlage und Kiesabbau belasten Anwohner und Natur

Norbert Schulze kritisiert als weitere Folge: „Der historische Kirchweg zwischen Bokensdorf und Jembke würde durch die A 39 gequert. Es ist kein Durchlass vorgesehen. Künftig würde es dort keine Verbindung mehr für Fußgänger und Radfahrer geben.“ Zwischen Tappenbeck und Jembke ist eine einseitig bewirtschaftete Mega-Tank- und Rastanlage mit insgesamt 175 LKW- und 90 PKW-Stellplätzen vorgesehen. „Sie liegt im Kreuzungsbereich B 248/A 39. Die Tank- und Rastanlage würde den ,Lückenschluss‘ zwischen Tappenbeck und Jembke herstellen. Das erste Haus in Jembke ist nur 160 Meter entfernt. Alle Anwohner werden mit Emissionen von Lärm, Licht und Abgasen belastet.“

Die Gemeinde Jembke hatte 2019 - mit Unterstützung der Samtgemeindeverwaltung - erfolglos gegen die Tank- und Rastanlage vorm Bundesverwaltungsgericht geklagt. „Das heißt: Wenn die A 39 gebaut werden sollte, kommt auch die Tank- und Rastanlage. Sie ist bereits planfestgestellt“, erinnert Karin Loock. „Und nur 40 Meter weiter soll noch ein Kiesabbaugebiet im Nassabbauverfahren bis in das Grundwasser hinein entstehen! Am Ende würde ein See von rund zehn Hektar verbleiben, durch den sich unser Grundwasser absenkt und verdunstet, was sich nachteilig auf das Tappenbecker Moor auswirken würde.“

Hoffnung der Autobahn-Gegner auf „Verkehrswende“

Doch die BI hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Baupläne für die A 39 am Ende in der Schublade verschwinden. „Leider steht sie bis 2030 im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes. Unser Abschnitt ist samt Tank- und Rastanlage planfestgestellt. Aber durch Planungsfehler bei der Anschlussstelle Ehra gibt es momentan ein Planänderungsverfahren dazu“, erklärt Loock. „Bis dies abgeschlossen ist, und Klagen dagegen noch nicht abgewendet sind, besteht für unseren Abschnitt von Weyhausen bis Ehra noch kein Baurecht für die A 39.“

Damit dies auch so bleibt, setze sich die BI „Natürlich Boldecker Land“ für eine Verkehrswende ein, so Loock und Schulze. Viele Bürgerinitiativen entlang der A 39 kämpften schon seit 2003 gegen die A 39 und zeigten der Politik mit empirischen Gutachten die Sinnlosigkeit dieser Autobahn auf. „Aber die Straßenbaulobby ist der zweitgrößte deutsche Lobbyverband überhaupt“, meint Loock. Daran seien Bauunternehmen aber auch Unternehmen der Rohstoffgewinnung beteiligt. „Das sehen wir ja in Jembke und Ehra, wo Sand- und Kiesabbaufirmen seit Jahren schon ihre Claims abgesteckt haben.“

Norbert Schulze zieht ein positives Resümee seiner Teilnahme an der Fahrraddemo in Lüneburg: „Es waren viele Jüngere dabei. Wir freuen uns sehr darüber, dass immer mehr junge Menschen, die sich um ihre Zukunft sorgen, sich für eine Verkehrswende einsetzen.“

Am 5. und 6. Juni 2021 sollen Demonstrationen gegen den Neubau der A 39 deshalb auch im Boldecker Land stattfinden. Nähere Einzelheiten werden vorab noch in der Presse bekanntgegeben.

Text: Karin Loock, Sprecherin „Natürlich Boldecker Land“;

Fotos: Norbert Schulze




Freitag, 12. Februar 2021

Erneute Auslegung der Planfeststellungsunterlagen im Abschnitt 7

Hallo zusammen,

nachdem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den ersten Planfeststellungsbeschluss 2019 abgewiesen hat, liegen nun ab heute die korrigierten Unterlagen bis zum 11.03.2021 für den geplanten Neubau der A39, 7. Bauabschnitt und OU Ehra in den Rathäusern der betroffenen Samtgemeinden Brome und Boldecker Land oder online aus.

Umweltverbände, Bürgerinitiativen und deren Rechtsberatung, sowie direkt betroffene Privatpersonen, Behörden und Unternehmen werden nun die angepassten Unterlagen sichten und gegebenenfalls erneut Einwendungen einreichen.

Einwendungen sind einschließlich zum 22.04.2021 möglich.

Die Äußerungen sind in schriftlicher Form oder nach vorheriger Terminabsprache zur Niederschrift bei der Samtgemeinde Brome, der Samtgemeinde Boldecker Land einzureichen. Alternativ können sie an folgende Adressen gesendet werden:
Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Dezernat Planfeststellung,Göttinger Chaussee76A, 30453 Hannover oder Sophienstraße 5, 38304 Wolfenbüttel (Postadresse) bzw. (zur Niederschrift) Harztorwall 24b, 38300 Wolfenbüttel