Samstag, 19. März 2016

Länderübergreifender Widerstand gegen Autobahn-Hosenträger A39-A14-B190n

Die Zukunfts-Chancen der Altmark dürfen nicht einer Autobahnlobby-Ideologie geopfert werden!

Nach der jüngsten Veröffentlichung eines Vorentwurfs zum Bundesverkehrswegeplan 2015 – 2030 verweist der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) auf die Tatsache, dass das Bundesverkehrsministerium die geplante Querspange B 190n (von Salzwedel nach Bad Bodenteich) nur im „Weiteren Bedarf“ platziere. Diese Absage an deren Bau sei ein deutliches Zeichen dafür, dass der Bund auch die anderen Teile der sogenannten „Hosenträger-Variante“ (nämlich A 39 und A 14) nicht mehr ernsthaft zu realisieren gedenke.

Zur Vorgeschichte dieser „Hosenträger“-Variante führt der LBU aus: „Nach der deutschen Einheit planten alle norddeutschen Bundesländer gemeinsam in der „Verkehrsuntersuchung Nordost“ (VUNO) eine Ost-West-Verbindung, die in Form eines Autobahn-X sowohl Lüneburg und Magdeburg als auch Schwerin und Wolfsburg verbinden sollte. Dieser Plan wurde von Ex-Kanzler Schröder (für die SPD-Wahlkämpfe in Ostdeutschland einerseits und für die in Niedersachsen andererseits) dahingehend vollständig ins Gegenteil verkehrt, dass statt des X nun H verfolgt wurde – nämlich zwei Autobahnen parallel (mit einem räumlichen Abstand von nur  70 km): die A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg und die A 14 zwischen Schwerin und Magdeburg. Um die ursprüngliche Idee einer Ost-West-Verbindung zumindest dem Schein nach aufrecht zu erhalten, plante man nun zusätzlich einen „Querspangen“-Neubau zwischen A 39 und A 14, die als „B 190n“ von Salzwedel (Sachsen-Anhalt) quer durch die Altmark nach Bad Bodenteich (Niedersachsen) verlaufen sollte. Die VUNO hatte diese „Hosenträger-Variante“ (aus A 39 und A 14 plus Querspange B 190n) zuvor als „offensichtlich unsinnig“ verworfen.   

Starke Bürgerinitiativen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und besonders auch in der Altmark wehren sich deshalb gegen diesen „Hosenträger“ und die damit verbundene  Planung eines Querspangen-Neubaus, weil dieser eine völlig überflüssige und zerstörerische Schneise quer durch die Altmark-Landschaft schlagen würde. Diese Trasse sei vermutlich nur dem Einfluss des Bad Bodenteicher Politikers Reese geschuldet, der als graue Eminenz die CDU im Kreis Uelzen auf diesen Kurs gebracht habe. Tatsächlich aber wollten die allermeisten Bürger Salzwedels (und die Verkehre aus diesem Raum) ja mitnichten nach Bad Bodenteich, sondern entweder nach Wolfsburg oder nach Uelzen bzw. Hamburg. Dafür aber existierten bereits die Bundesstraßen B 248 (Salzwedel – Wolfsburg) und B 71 (Salzwedel – Uelzen), die leicht und kostengünstig auszubauen seien. Dies sei auch deshalb nötig, weil die LKWs selbst beim Bau der Neubau-Querspange B 190n natürlich nicht den viel weiteren und bemauteten Autobahn-Umweg über Bad Bodenteich wählen würden, sondern die kürzeren und  billigeren Direkt-Bundesstraßen nach Wolfsburg oder Uelzen.
All diese „Hosenträger-Nonsensplanungen“, so LBU-Vertreter Eckehard Niemann, bedrohten nun massiv auch die Zukunftschancen Salzwedels und der Altmark, weil sowohl A 39 als auch A 14 sehr wahrscheinlich nicht finanziert oder gebaut würden und die Querspange B 190n sowieso nicht. Die verantwortlichen Politiker in Salzwedel, im Altmarkkreis und in Sachsen-Anhalt sollten deshalb rasch auf ihre frühere Positionierung einer klaren Ablehnung der B-190n-Neubautrasse zurückkehren – zugunsten eines Ausbaus der vorhandenen Bundesstraßen. Dies mache regionalpolitisch ebenso Sinn wie die parallelen Forderungen nach einem Ausbau der B 4 (anstelle einer A 39) und der B 189 (anstelle einer A 14). Der LBU und die A-39-Gegner würden weiterhin solidarisch mit den Bürgerinitiativen in Sachsen-Anhalt für die Verhinderung von A 39, A 14 und B 190n kämpfen, nötigenfalls auch mit aussichtsreichen Klagen. Ganz nach dem Vorbild des A-14-Widerstands.

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

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