Montag, 28. Juli 2014

LBU fordert Ausbau vorhandener Bahnstrecken anstelle von Y-Neubautrassen in Niedersachsen


Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. (LBU) lehnt die von der Deutsche  Bahn AG vorgeschlagenen Y-Neubau-Trassen zwischen Hamburg/Bremen und Hannover ab und fordert stattdessen den Ausbau vorhandener Bahnstrecken für die Hinterland-Anbindung der Seehäfen. Die Sorgen wegen der Beeinträchtigung weiterer Räume durch neue Trassen seien ebenso begründet wie die Sorgen von Uelzen und Lüneburg, durch die neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken von den ICE- und IC-Verbindungen abgehängt zu werden. Der Lärmschutz von Anwohnern an bisherigen Trassen könne und müsse ohnehin und deshalb auch bei einem Ausbau gesichert und verbessert werden. Ohnehin sei auch beim Bau der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken zu befürchten, dass dann auf diesen der überregionale Personenverkehr stattfinden werde und dass der dort hemmende Güterverkehr vollständig auf die bestehende Strecke Winsen-Lüneburg-Uelzen-Celle verlagert werde. Der Sprecher LBU-Ostheide, Eckehard Niemann, sagte den sich derzeit bildenden Bürgerinitiativen Unterstützung zu und empfahl allen eine enge organisatorische und inhaltliche Zusammenarbeit untereinander und auch mit den Gegnern der zuvor jahrelang favorisierten Y-Trasse.

Der LBU-Vertreter drängt u.a. auf Klärung folgender Fragen:
  • Inwiefern sind die neuerlich zwischen Ashausen (Winsen) und Unterlüß/Suderburg vorgeschlagenen Neubautrassen im Hintergrund vom Hafen Hamburg gesteuert, um den konkurrierenden Tiefwasser-Hafen Wilhelmshaven zu schwächen?

  • Welche Möglichkeiten eines Ausbaus auch weiterer bestehender Bahnstrecken (z.B. auch in West-Niedersachsen oder auch in Ostdeutschland sind von der DB AG bislang nicht untersucht und berücksichtigt worden? 

  • Inwiefern zwingt der nicht ausbaubare Knotenpunkt Hamburg ohnehin zum Ausbau von Alternativstrecken zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen?

  • Inwiefern sind die Kostenberechnungen der abkürzenden Trasse zwischen Ashausen und Unterlüß/Suderburg geschönt, weil ja auch in diesem Falle auf der weiteren Strecke ein Ausbau erfolgen müsste?

  • Inwiefern ist der vorrangige Ausbau der Bahntrassen südlich von Hamburg ohnehin unsinnig, weil auch die Elbvertiefung unsinnig ist und die alternative Nutzung des Tiefwasserhafens Wilhelmshaven die kurz- und langfristig bessere Lösung – auch im Hinblick auf die wachsende Konkurrenz der Häfen Rotterdam und Antwerpen?

  • Wann endlich wird die Bahn wirksame Lärmschutzmaßnahmen, vor allem an den Güterzügen selbst, zum Schutz von Anwohnern umgesetzt haben?
Der LBU ermutigte die Gegner der Neutrassierungen, sich nicht auf vertröstende Worte hinsichtlich eines ja noch frühen Planungsstands zu verlassen – diese Trassen seien vermutlich insgeheim längst beschlossen. Auch die Hinweise der DB AG auf eine spätere vergleichende  Nutzen-Kosten-Bewertung seien falsch, weil in diese Bewertungen viele Faktoren nicht eingingen – z.B. die regionalen Folgen eines Abhängens wichtiger Städte von bisherigen IC- und ICE-Verbindungen.
Die Beschlüsse von kommunalpolitischen Gremien gegen diese Neubautrassen und für den Ausbau bestehender Trassen seien zwar sehr wichtig und auszubauen – nach allen Erfahrungen führe aber vor allem der entschlossene und vernetzte Widerstand von Bürgerinitiativen mit dem Vertrauen auf die eigene Kraft zum Erfolg. Der LBU unterstützte in diesem Zusammenhang die Forderung nach mehr Transparenz und flächendeckenden Bürgerveranstaltungen der Bahn, bei denen offene Fragen und auch der Widerstand der Bürgerinnen und Bürger Raum haben müssten.

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz
Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

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