Freitag, 13. September 2013

Kandidaten zur Bundestagswahl beantworten Fragen zur geplanten Autobahn A39

Wolfgang Jander aus Jembke hat sich die Mühe gemacht und die Bundestags-Kandidaten aus dem Wahlkreis Wolfsburg-Helmstedt zum geplanten Autobahn A39 befragt.


Sehr geehrte Frau ... / Sehr geehrter Herr ...,

was werden Sie gegen den sinnlosen und völlig unfinanzierbaren Bau der A39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg unternehmen?
Welche finanzierbaren Alternativen werden Sie fördern?

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Jander

Antworten der Kandidaten für die Bundestagswahl 2014 aus dem Wahlkreis Wolfsburg-Helmstedt:


contra A39
von Volker Möll (Die Grünen)
31.08.2013

Sehr geehrter Herr Jander,

die Position der Grünen in Sachen A 39 ist eindeutig:
Beim Straßenbau wollen wir mehr auf den Erhalt setzen, als auf prestigeträchtige Neubauten. Hierzu gehört der Verzicht auf den Ausbau der A 39 und der damit verbundenen Zerstörung von Landschaftsschutzgebieten. Entlastung des Verkehrs soll durch den maßvollen Ausbau der B4 erfolgen.
Im Bundesverkehrswegeplan 2015 soll dieses Projekt endgültig gestrichen werden.


pro A39

von Verony Reichelt (FDP)
01.09.2013

Guten Tag Herr Jander

vielen Dank für Ihre Frage.

Meine Partei und ich befürworten den Lückenschluss der A 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg. Durch ihn wird nämlich nicht nur die Infrastruktur und die Wettbewerbsfähigkeit in der Region verbessert. Er dient auch dazu, dass die B4 stark entlastet (Lärm/Emissionen) wird. Ich begrüße auch den aktuellen Entschluss der rot-grünen Landesregierung NDS, dass diese den Bau der A30 uneingeschränkt mit trägt.

Ich selbst wohne in Wolfsburg faktisch in direkter Nachbarschaft und Sicht bzw. Hörweite zur A39 und weiß daher auch um die Lärmbelastung. Es ist daher bei dem Ausbau konsequent darauf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort zu achten. Um Kosten zu senken, muss zudem geprüft werden, ob ein privater Investor für den Ausbau besser geeignet ist.

pro A39
von Heinz-Joachim Barchmann (SPD)
2.09.2013

Sehr geehrter Herr Jander,

ich halte den Bau der A39 für sinnvoll und setze mich unter Einbeziehung eines umfassenden Lärmschutzkonzeptes für ihren Bau ein. Die A 39 stellt, auch im Sinne der Zulieferbetriebe, eine wichtige Verbindung zwischen Wolfsburg und dem Seehafen Hamburg dar. Das Wirtschaftszentrum Wolfsburg kann dadurch sein Potenzial besser ausschöpfen. Gleichzeitig kommt es zu einer erheblichen Entlastung der unfallträchtigen B4. Auch der Hinterlandverkehr würde damit deutlich entlastet. Die Bahn ist nach meinen Informationen nicht in der Lage, dieses sicherzustellen.

pro A39

von Günter Lach (CDU)
03.09.2013

Sehr geehrter Herr Jander,

gerne beantworte ich Ihre Fragen, die Sie mir über Abgeordnetenwatch gestellt haben.

Ich teile Ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Lückenschluss der A39 nicht. Es handelt sich dabei um ein wichtiges verkehrliches und wirtschaftlich bedeutsames Projekt. Als international vernetzter Industriestandort ist unser Land auf optimale Anbindungen und kurze Wege zwischen den Produktionsstätten und den weltweiten Umschlagplätzen angewiesen. Dass davon gerade die Autoregion rund um Wolfsburg profitiert, hatte seinerzeit Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) als Aufsichtsratsmitglied der Volkswagen AG erkannt und den Lückenschluss der A39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg richtigerweise initiiert. Fest steht, dass die Finanzierung der weiteren Ausbaus der A39 gesichert ist.

Insgesamt führt der Lückenschluss zu positiven Effekten für die Unternehmen und Haushalte hier vor Ort. Dörfer und Gemeinden werden vom Schwerlastverkehr entlastet, wir stärken die wirtschaftliche Kraft in unserer Region und halten so die Arbeitsplätze vor Ort. Davon profitieren wir alle. Daher ist es wichtig, den fortgeschrittenen Realisierungsprozess jetzt nicht ins Stocken geraten zu lassen.

Ein besonderes Augenmerk lege ich in diesem Prozess auf noch zu klärende Punkte wie den Lärmschutz und den gerechten Ausgleich durch die notwenige Trassenführung (Umsetzung des Sportplatzes Tappenbeck eins zu eins ohne finanzielle Belastungen für die Vereine).

Zuversichtlich bin ich, dass während des laufenden Planungsprozesses die Belange von Umwelt- und Naturschutz ausführlich bewertet und sorgsam abgewogen werden. Dabei binden die geltenden Rechtsvorschriften die zuständigen Planungsbehörden, alle vorgebrachten Einwendungen aufzunehmen und darzustellen.

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