Mittwoch, 3. Juli 2013

Mangel an Landärzten in Niedersachsen wegen fehlender Autobahn?

A39 – Die Wunderautobahn?


Es ist kaum zu fassen: Jetzt soll die A 39 also auch noch wahre Wunder vollbringen – und mehr Ärzte in unsere Region locken! Wow. Tolle Idee von AOK-Funktionär Armin Schellin. Sie hätte auch glatt von MdL Detlef Tanke kommen können, der die SPD-Wahlkampf-Veranstaltung zur medizinischen Bedarfslage im Landkreis Gifhorn moderierte, bei der Schellin zu Gast war, und der auch nie müde wird, den »dringenden Bedarf« für die A 39 zu propagieren. Es ist richtig und wichtig, darauf hinzuweisen, dass bei uns Ärzte fehlen und dass dagegen etwas getan werden muss – aber was bitte schön hat das mit der A 39 zu tun?!

Das kann man nämlich auch andersherum sehen: Wenn ich als Arzt »aufs Land« gehe, dann wünsche ich mir doch echtes Landleben – und keine Autobahn, die dieses alles zerstören würde. Ich persönlich denke daher: Der Weiterbau der A 39 hielte noch mehr Ärzte von uns fern!
Nachzuvollziehen übrigens durch ein Fach-Gutachten, welches die Samtgemeinde Boldecker Land im Jahr 2009 in Auftrag gab. Darin wird vor den Konsequenzen der A 39 mit folgenden Worten gewarnt: »Künftige Wettbewerber für anspruchsvolles ›idyllisches Wohnen‹ werden vermutlich eher in attraktiven Lagen des Stadtgebietes Wolfsburg und/oder im Raum Wittingen/Hankensbüttel erwachsen.« Diese Attraktivität sollte sich der Nordkreis lieber erhalten, anstatt sie einer Autobahn zu opfern, die ebenso sinnlos wie teuer ist! Anne-Kathrin Schulze, Ehra-Lessien

 

LBU gegen Instrumentalisierung des Ärzteversorgungs-Problems für A-39-Lobbyismus


Als „unsinnig und verantwortungslos“ bezeichnet der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU) Äußerungen bei einem Treffen von Politikern und Interessenvertretern mit der niedersächsischen Sozialministerin Cornelia Rundt, wonach die A 39 dafür sorgen könne, „dass sich hier Mediziner niederlassen“. LBU-Vertreter Eckehard Niemann forderte nachdrücklich dazu auf, die wirklichen Ursachen für die unzureichende Ärzteversorgung im Gifhorner Nordkreis in den Blick zu nehmen, statt sie effekthascherisch für die unsinnige Forderung nach dem Bau der A 39 zu instrumentalisieren. Damit werde in unverantwortlicher Weise von den Problemen und der Suche nach den wirklichen regionalen Ursachen und Lösungsansätzen abgelenkt.

Der LBU verwies auf den Ärzteatlas und zahlreiche Studien, die einen Bezug zwischen Arzt- und Autobahndichte eindeutig widerlegten. Es gebe einen erheblichen Ärztemangel auch in zahlreichen Regionen entlang von Autobahnen - am stärksten sei dieser Mangel bezeichnenderweise in Bremen, Berlin und dem Saarland. Das liege daran, dass es eben zahlreiche Faktoren und vielfältige Ursachen für den Ärztemangel gebe. Verantwortliche Politiker sollten deshalb auf eine konstruktive Regionalentwicklung mit einem Ausbau von Nahverkehr und vorhandenen Verkehrswegen setzen statt diese wegen einer ideologischen Fixierung auf die unfinanzierbare und regionalschädliche A 39 sträflich zu vernachlässigen.

Quelle: Pressemitteilung Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide – Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

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