Samstag, 8. Juni 2013

Leserbrief zu: Raumordnung lässt Sandabbau bei Ehra zu

Quelle: Wikipedia
Es ist mehr als zynisch vom Zweckverband Großraum Braunschweig, die gesamte Ackerfläche des Landkreises Gifhorn in Beziehung zu setzen, zum vergleichsweise gering erscheinenden Verlust von 14,7 Hektar landwirtschaftlicher Fläche durch den möglichen Sandabbau in Ehra.

Denn nicht nur in unserem Dorf, sondern für die gesamte Landwirtschaft entlang der Trasse wäre der Bau der A 39 ein schwerwiegender Eingriff, der auch Existenzen bedroht: 105 Kilometer Autobahn von Tappenbeck bis Lüneburg kosten (inklusive Ausgleichsflächen, Auffahrten) gut 1500 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, die von Eigentümern wie Pächtern bewirtschaftet wird. Oder man könnte auch sagen: 20 landwirtschaftliche Betriebe à 75 Hektar. Auf den Landkreis Gifhorn entfällt davon ein Drittel.

Was der ZGB auch nicht gerade annonciert, um den Unmut von Autobahnkritikern nicht zu schüren: Entlang der Trasse werden nicht nur eine sondern gut ein Dutzend Sandabbauflächen benötigt, die noch mehr Ackerland verschlingen! Aufgrund einer Entscheidung der Straßenbaubehörde Wolfenbüttel, so André Menzel vom ZGB, sind diese deshalb als »privatwirtschaftliche Maßnahmen« vom Planfeststellungsverfahren für die Autobahn ausgeschlossen – so dass der entmündigte Bürger nicht mal mehr ein Einspruchsrecht hat.

So ist etwa in Jembke bereits eine weitere Abbaufläche mit 18 Hektar eingeplant, und auch für Ehra sind von Bauunternehmern, die in der Regel Vorverträge mit bereitwilligen Grundstückbesitzern schließen, bereits zwei weitere Voranfragen für den Sandabbau eingegangen. Eine davon betrifft ein Ackerstück direkt neben dem Sportplatz…

André Menzel formuliert es so: »Wo Autobahnen gebaut werden, herrscht Goldgräberstimmung. Jeder will seinen Claim abstecken.«

Und das – wie speziell in Ehra immer wieder gehört – mit der Fürsprache von Rentnern, denen man einredet, die Möglichkeit »schneller zum Einkaufen in Hamburg zu sein«, sei es wert, dass man dafür die Heimat verkauft. Wir aber denken lieber an die Generation unserer Kinder.

Karin Loock, Jembke, Jörg Richter und Anne-Kathrin Schulze, Ehra

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