Freitag, 12. Februar 2021

Erneute Auslegung der Planfeststellungsunterlagen im Abschnitt 7

Hallo zusammen,

nachdem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den ersten Planfeststellungsbeschluss 2019 abgewiesen hat, liegen nun ab heute die korrigierten Unterlagen bis zum 11.03.2021 für den geplanten Neubau der A39, 7. Bauabschnitt und OU Ehra in den Rathäusern der betroffenen Samtgemeinden Brome und Boldecker Land oder online aus.

Umweltverbände, Bürgerinitiativen und deren Rechtsberatung, sowie direkt betroffene Privatpersonen, Behörden und Unternehmen werden nun die angepassten Unterlagen sichten und gegebenenfalls erneut Einwendungen einreichen.

Einwendungen sind einschließlich zum 22.04.2021 möglich.

Die Äußerungen sind in schriftlicher Form oder nach vorheriger Terminabsprache zur Niederschrift bei der Samtgemeinde Brome, der Samtgemeinde Boldecker Land einzureichen. Alternativ können sie an folgende Adressen gesendet werden:
Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Dezernat Planfeststellung,Göttinger Chaussee76A, 30453 Hannover oder Sophienstraße 5, 38304 Wolfenbüttel (Postadresse) bzw. (zur Niederschrift) Harztorwall 24b, 38300 Wolfenbüttel


Donnerstag, 17. Dezember 2020

Naturschutz-Stiftung als Feigenblatt für A39-Naturzerstörung?

Plant der Landkreis Uelzen eine „Naturschutz“-Stiftung als juristisches Feigenblatt für A-39-Naturzerstörungen? Umweltverband LBU fordert Offenlegung der Planungen



Eine rasche Information der Öffentlichkeit und Transparenz bei der geplanten Gründung einer neuen Stiftung fordert der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU) von den Verantwortlichen des Landkreises Uelzen. Der plane offenbar eine Stiftung, die vermutlich „Naturschutz“ im Namen tragen solle, die aber offensichtlich als Instrument dienen solle, die Natur- und Umwelt-Zerstörung durch die A 39 und deren naturschutzrechtliche „Ausgleichsversuche“ rechtlich abzusichern.

Laut LBU-Vertreter Eckehard Niemann habe man am Rande einer heutigen Veranstaltung der A-39-Planer in Bad Bevensen erfahren müssen, dass die bereits laufenden, nichtöffentlichen Planungen des Landkreises auch dazu dienen sollen, die Durchschneidung der sehr seltenen und streng geschützten Ortolan-Vorkommen im Südkreis möglich zu machen. Für den Schutz dieser stark gefährdeten Vogelart (Gartenammer) habe das Land Niedersachsen auch europaweit eine besondere Verantwortung, weil im östlichen Landkreis Uelzen und im Wendland die letzten wesentlichen Standorte vorgefunden würden, die durch den vordringenden Maisanbau und den Rückgang von Hackfrüchten zusätzlich bedroht seien.

Was das Bundesumweltministerium in seiner Stellungnahme zur Linienbestimmung der geplanten A 39 hinsichtlich der Durchschneidung des Vogelschutzgebiets Ostheide schon angemahnt habe, das bewahrheitet sich laut LBU nun: Die A 39 zerstöre mit ihrer Trasse nicht nur zahlreiche Ortolan-Brutstätten, sondern trenne etwa 70 Brutpaare von den anderen Populationen ab, wobei diese „Verinselung“ auch durch naturschutzrechtliche Kompensations-Maßnahmen nicht ausgleichbar sei. Dass in diesem Falle die A 39 nicht gebaut werden dürfe, sei den A-39-Planern bewusst und erkläre deren immer umfangreichere Aktivitäten, doch noch irgendeine Möglichkeit zum „Ausgleich“ zu finden.

Laut LBU haben mehrere Ortolan-Experten darauf hingewiesen, dass eine von anderen Populationen abgeschnittene und verinselte Ortolan-Population von 70 Brutpaaren auf Dauer in ihrer Existenz bedroht sei. Dies liege an einer Besonderheit dieser Vogelart, bei der die verinselten standorttreuen Männchen westlich der A 39 auf den jährlichen Zuflug junger Weibchen aus dem Bereich östlich der Autobahn angewiesen seien. Da die Singgemeinschaften und Kontaktmöglichkeiten der Ortolane aber durch die A 39 abgeschnitten würden, käme es zu einem Aussterben der westlichen Populationen.

Da dies von der EU nicht hingenommen würde, müssen die Planer laut LBU noch vor der Planfeststellung dezidiert nachweisen, dass der Erhalt auch dieser verinselten Populationen durch Naturschutzmaßnahmen gesichert werden könne. Da der Ortolan auf sandige, trockene Standorte auf extensiv mit Sommergetreide bewirtschafteten Kleinflächen entlang von Baum- und Heckenstrukturen angewiesen sei, suchten sie Planer deshalb seit Jahren weitgehend vergeblich nach Landwirten, die im Vertragsnaturschutz solche Bewirtschaftungsmethoden und die Schaffung von Saumstrukturen auf mindestens 200 Hektar Acker durchführten oder gar mit Schlagverkleinerungen einverstanden seien.

Dass bisher kaum ein Landwirt einen solchen Vertrag – trotz massiver Anwerbeveranstaltungen - abgeschlossen hat, führt Eckehard Niemann auf folgende Umstände zurück: Eine solche Bewirtschaftung mit extensivem Sommergetreide, weitem Saatreihen-Abstand und Einschränkungen der Beregnung sei unrentabel und nur gegen Prämien im Vertragsnaturschutz möglich. Die vom A-39-verantwortlichen Bundesverkehrsministerium zusätzlich angebotenen Ortolan-Schutz-Programme mit ihren zusätzlichen Bewirtschaftungs-Auflagen würden jedoch nicht besser entgolten als ähnliche Programme des Landes Niedersachsen ohne diese Zusatzauflagen. Außerdem seien viele Landwirte abgeschreckt durch die zu erwartenden häufigen Kontrollbesuche von Naturschutz-Beauftragten auf ihren Äckern, durch die Sorge vor möglichen Durchteilungen von großen Feldern und eventueller ordnungsrechtlicher Festschreibung dieses Status.

Vor allem aber, so der LBU, müsse das Weiterbestehen solcher „produktions-integrierter Kompensationsmaßnahmen (PIK) für die gesamte Zeit abgesichert werden, solange auch die A 39 existiere. Kaum ein Landwirt werde aber einem entsprechenden Dauer-Eintrag in sein Grundbuch mit der Pflicht einer solchen Flächenbewirtschaftung zustimmen. Genau diese Lücke wolle der Landkreis nun offenbar mit seinem geplanten Stiftungsvermögen schließen, aus dessen Zinsen angeblich dauerhaft Beträge an wechselnde Landwirte gezahlt werden sollten, die sich für einen gewissen Zeitraum zu solche Ortolanschutz-Flächenbewirtschaftungen an wechselnden Orten verpflichteten.

LBU-Vertreter Niemann wies darauf hin, dass auch diese Stiftung keineswegs eine dauerhafte Absicherung von Ortolanschutz-Programmen darstelle, zumal selbst der Erfolg solcher Maßnahmen bisher nicht nachweisbar sei. Die Verinselung einer relevanten Ortolan-Population durch die Durchschneidung und Verlärmung der Gesamtpopulation sei deshalb aller Voraussicht nach unlösbar. Insofern dürfe der Landkreis Uelzen mit einer „Naturschutz“-Stiftung auch kein juristisches Feigenblatt für eine solche Naturzerstörung bereitstellen. „Das beste Förderungsprogramm für den bedrohten Ortolan“, so Niemann, „ist die Beendigung der ohnehin unsinnigen und regionsschädlichen Planung einer zerstörerischen A 39“.

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

Sonntag, 20. September 2020

Endlich wieder eine vernünftige DEMO

KLIMA-STREIK am 25. September 12:05 Uhr Schillerplatz Gifhorn!

Nun gibt es endlich wieder eine vernünftige DEMO, für ein wirklich wichtiges Ziel! Keine Zeit für Ausreden!

Welche Demonstration bekommt mehr Aufmerksamkeit?

In den letzten Wochen hatte man ja das Gefühl, die Straße gehört den 5G-Corona-Nazi-Schwurblern, welche sich von einer Handvoll Hetzer:innen haben aufwiegeln lassen. Die unsäglichen Bilder vom Reichstag gehören hoffentlich bald der Vergangenheit an. Man kann nur hoffen, dass unsere Medien dem KLIMA-STREIK einen höheren Stellenwert geben, als einer Rendite durch Berichte über Spinner:innen. Hohe Klickzahlen in den asozialen Medien oder Einschaltquoten generieren, kann nicht das Ziel von seriösem Journalismus sein. Man kann sich doch nicht als System-Medien beschimpfen lassen und dennoch diesem kruden Haufen verirrter Menschen eine Plattform bieten? Nicht selten wird von der Meinungsfreiheit und einer differenzierten Betrachtungsweise geredet, obwohl im Hintergrund nur die Quote zählt. Hört endlich auf damit den Hetzer:innen auf den Leim zu gehen! Früher vermutete ich einen unausgesprochenen Ehrenkodex in der Presse! Nicht jeder hat es der B-I-L-D-Zeitung nachgemacht. Auch vermisse ich von einigen prominenten Persönlichkeiten klarerer Statements und auch mal weniger Political Correctness. Viele scheinen Angst vor einem Shitstorm zu haben oder auf eine Liste von Gewalttätern zu gelangen, wenn sie mal Klartext reden.

Schwurbler:innen im Landkreis Gifhorn?

Ja auch im Landkreis Gifhorn gibt es Schwurbler:innen. Damit meine ich nicht die Klimawandelleugner von dieser rechtsradikalen Partei mit dem blauen Logo. Da gibt es welche, die sich unterschwelliger und wesentlich geschickter in Gesellschaft einschleichen. Zum Beispiel diese Bürgerinitiative, welche es mit Verschwörungserzählungen zum Thema 5G-Mobilfunk regelmäßig in Presse schafft. Man bekommt den Eindruck, dass Pressemitteilungen einfach ohne Recherche gedruckt werden. Es gibt ja schließlich auch keine Gegendemonstranten. Selbst in seriösen Umweltverbänden mischen sie mittlerweile mit. Dabei genügt ein kurzer Blick auf deren Webseite oder deren Fakebook-Portal. Dort wird behauptet, der 5G-Netzausbau wäre ein großangelegter Menschenversuch! Da muss man doch nicht weiter lesen oder in einen politischen Diskurs gehen. Wenn mir jemand einen Haufen Scheiße vor die Tür setzt, dann kann ich das als gebildeter Erwachsener Mensch riechen und muss es nicht noch schmecken!

Natürlich darf man neuen Technologien kritisch gegenüber stehen, aber hinter allem gleich eine staatlich inszenierte Verschwörung zu vermuten, ist einfach nur krank!

Besonders aufgeregt hat mich diese 5G-Bürgerinitiative durch ein Schreiben, welches ich extra aus dem Gemeindebüro abholen musste. Da verteilen sie ihrer Verschwörungserzählungen scheinbar an alle Mandatsträger:innen im Landkreis und hoffen auf Zuwachs!? Vielleicht wird sogar in irgendeiner Gemeinde ein 5G-Mast verboten, mit dem Ergebnis das die alten 4G-Masten weiter senden müssen, obwohl deren Energie durchaus höher ist.

Eine komplizierte Zeit kennt keine einfachen Antworten!

Die Sehnsucht nach einer vermeintlich guten alten Zeit mit einfachen Regeln scheint bei vielen Menschen groß zu sein. Corona hat unser Leben durchaus nicht einfacher gemacht. In meiner Schulzeit stöhnte ich nicht selten als unser Klassenlehrer immer wieder mit seinem Lieblingsthema, dem Nationalsozialismus, anfing. Damals dachte oft, ja wir haben es kapiert, aber die Menschheit wird doch nie wieder so blöd sein...
Und nun tut sie es scheinbar doch wieder und es mischt sich offenbar langsam eine gefährliche Brühe zusammen, die alles andere als eine rosige Zukunft verspricht.

Gesunder Menschenverstand hält uns am Leben. Dazu gehört sowohl eine Portion Vertrauen in die Wissenschaft als auch eine Prise Misstrauen vor allzu verlockenden einfachen Antworten.

Viele Meldungen, welche zum Weiterleiten animieren, sollte man vorher einem unabhängige Faktencheck unterziehen. Empfehlungen: Correctiv, Mimikama oder auch Bildblog. Für alle allgemeinen Aufreger der Woche gibt es einen beliebten Podcast. Mit dem kann man sich sachlich fundiert und differenziert nebenbei auf den aktuellsten Stand der Lage der Nation bringen.

Der ANTISCHWURBLER-Song 

Zum Abschluss habe ich noch ein passendes Fundstück zu diesem Thema gefunden. Klare Worte und Satire sind meiner Meinung die beste Medizin um solche Zeiten zu überstehen.

Ein Kommentar von Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land. Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft. Er stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" oder anderer Organisationen dar, in denen ich aktiv bin.

Sonntag, 19. Januar 2020

Planungen für A 39 verzögern sich um mehrere Jahre

A-39-Gegner freuen sich über die Probleme beim Übergang der Planungszuständigkeiten vom Land auf den Bund

Durch den Übergang der Zuständigkeiten für die Autobahnplanungen vom Land Niedersachsen an die bundeseigene Autobahn GmbH am Jahresbeginn 2021 erwartet der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) Niedersachsen „mit großer Freude“ eine Verzögerung auch der Planung der A 39 um mehrere Jahre. Dadurch – so LBU-Vertreter Eckehard Niemann – würden die Kosten des Projekts weiter ansteigen und das jetzt schon niedrige Nutzen- Kosten-Verhältnis noch weiter in Richtung Unwirtschaftlichkeit der A 39 drücken.

Der LBU verweist darauf, dass allein die Beraterkosten für diese Reform der Fernstraßenverwaltung und den Aufbau der Autobahn GmbH jetzt schon 86 Millionen Euro ausmachten - mehr als das Dreifache der ursprünglich angesetzten Kosten. Zudem werde es schwierig und teuer werden, bisherige Mitarbeiter der niedersächsischen Straßenbaubehörden für einen Wechsel zur Autobahn GmbH zu motivieren. Und selbst dann sei mit massiven Problemen bei Besetzung und Koordination der neuen Bürokratien und neuer Doppelstrukturen zu rechnen.

Laut LBU kommt es deshalb durch den Übergang der Autobahnplanung auf die Autobahn GmbH voraussichtlich zu einer weiteren Verzögerung der A-39-Planungen um mehrere Jahre. Selbst Ministerpräsident Weil gehe von deutlich komplizierteren Planungs-Vorgängen aus: Während die Zuständigkeiten für die Autobahnen auf den Bund übergingen, verbleibe bei den niedersächsischen Straßenverwaltungen die Zuständigkeit für Bundes- und Landesstraßen. Zitat Weil: „Plastisch ausgedrückt: Bis zur Autobahnabfahrt ist der Bund am Drücker, unmittelbar danach die Länder. Schnittstellen über Schnittstellen!“

Der LBU erinnert auch an Warnungen des früheren niedersächsischen Verkehrsministers und jetzigen Umweltministers Olaf Lies schon im Jahre 2016 vor Reibungsverlusten und Verzögerungen bei den Planungen für A 39 und auch A 20 - wenn „uns der Bund in die Planungen mitten hineingrätscht.“ Lies habe deshalb die Autobahn-Planungen durch 50 neue Stellen bei den niedersächsischen Straßenbaubehörden vorantreiben wollen, um die Planungen noch vor 2021 vollständig abzuschließen. Daraus, so LBU-Vertreter Niemann, sei aber nichts geworden – wegen fehlender Ingenieure auf dem Arbeitsmarkt und zuletzt wegen der zweijährigen Planungsverzögerung für den A-39-Südabschnitt durch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts.

Deshalb, so der LBU, würden jetzt die damaligen Befürchtungen von Minister Lies wahr werden: Lies habe damals damit gerechnet, dass „die Neuorganisation der Autobahnbauverwaltung Jahre brauchen werde, wie man es etwa bei der Neuorganisation der Wasserbauverwaltung sehe – da gebe es seit fünf Jahren Debatten.“

LBU-Vertreter Niemann drückt seine Freude über die von der A-39-Lobby selbstverursachten Verzögerungen aus – das sei unverhofftes aber verdientes „Glück der Tüchtigen“, sprich: der A-39-Gegner. Auch der Bürgerinitiativen-Dachverband KEINE! A39 freue sich über diese weiteren Verzögerungen: So habe die alte Lüneburger Straßenbaubaubehörde in der letzten Vorstands-Sitzung eines A-39- Flurbereinigungs-Verfahrens Vorstandes bekannt gegeben, dass der Erörterungstermin im Abschnitt 2 (Lüneburg bis Bad Bevensen) vom Sommer 2020 auf Sommer 2023 vertagt werde…

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel

Dienstag, 24. Dezember 2019

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahrzehnt ohne A39


Hallo zusammen,

Bild von 2012 auf der geplanten A39-Autobahntrassezu Silvester 2012, kurz nach dem von den Mayas vorhergesagten Weltuntergang, schrieb ich einen Beitrag mit einem kleinen Fazit zu dem Gründungsjahr der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land. Diese jüngste BI innerhalb des "Dachverbandes Keine! A 39" ist nun auch schon 7 Jahre alt!

Die Jugend bei der DEMO

In dem eingangs angesprochenen Fazit ging es um die Altersgruppe 13 bis 17 Jahre, welche laut Statistik damals zu den größten Fans unserer Facebook-Seite gehörten. Heute treiben sich auf Fakebook vorwiegend ältere Semester herum uns lassen sich verrückt machen. Dagegen gehen die heutigen Teenager auf die Straßen, wie bei der Keine A39-DEMO am 11. Mai in Wolfsburg.

Erfolg vor Gericht

Das Klima wurde zwar von den Anwälten im Juli vor Gericht ins Spiel gebracht, war bei der Entscheidung vor dem Bundesverwaltungsgericht letztendlich ohne Relevanz. Es waren Fehler der Straßenplaner, welche zum vorläufigen A39-Stopp geführt haben. Somit wird es in den kommenden Jahren ein neues Planfeststellungsverfahren mit den korrigierten Plänen geben.

Nicht den Biss verlieren!

"Wie könnt ihr es wagen?!" (How dare you!?) hat eine junge Schwedin den Vereinten Nationen vorgeworfen. Manche mögen diese FridaysForFuture-Jugendbewegung für politisch unkorrekt halten, aber waren wir das zu den Anfangszeiten unsere Bürgerinitiative nicht auch? Wir sollten bissig bleiben, denn wir haben die besseren Argumente! Dagegen läuft den bornierten Autobahnfreuden nicht nur der Nachwuchs davon, sondern auch die Zeit.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahrzehnt ohne A39

Ein Kommentar von Norbert Schulze

Mitglied der Bürgerinitiative Natürlich Boldecker Land. Der Inhalt dieses Beitrages ist meine persönliche Meinung. Er wurde von keiner Redaktion auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft. Er stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Bürgerinitiative "Natürlich Boldecker Land" oder anderer Organisationen dar, in denen ich aktiv bin.

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Ex-IHK-Chef klagt wegen Eigenjagd gegen A 39

LBU: A 39 wurde von IHK-Chefs aus ebenso egoistischen Motiven gepusht


Die Nachricht, dass der Spediteur Bernd Hansmann als Ex-Chef der IHK Lüneburg-Wolfsburg nun gegen die A 39 wegen Durchschneidung seines Eigenjagdbezirkes klagt, bewertet der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) als Bestätigung seiner Einschätzung, dass die A-39-Planung vor allem auf die egoistischen Lobby-Interessen einiger Groß-Spediteure und -Bauunternehmer an der Spitze der IHK zurückgeht.
An der Spitze der IHK hätten außer Hansmann ja auch der Spediteur Kobernuss oder der Bauunternehmer Manzke gestanden. Die Institution IHK selber, so LBU-Vertreter Eckehard Niemann, habe ihrerseits ein dringendes Interesse gehabt, über das Thema A 39 gegen die Bestrebungen vieler IHK-Mitglieder anzugehen, die teure IHK-Zwangsmitgliedschaft zu beenden. Die jetzige Klage Hansmanns zeige, wie wenig ernsthaft das Gerede von den angeblichen A-39-Vorteilen für die Region gewesen sei.

Der LBU forderte abermals eine Neuberechnung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses der A 39. Dies sei ohnehin von Anfang an bedeutend schlechter gewesen als die Nutzen-Kosten-Verhältnisse anderer Verkehrsprojekte. Infolge der massiven Steigerung der Baukosten und durch den zwischenzeitlichen Ausbau der parallelen Nord-Süd-Verbindungen A 7, A 14 und B 4 werde die Neuberechnung klar die volkswirtschaftliche Unrentabilität und regionale Schädlichkeit der A 39 beweisen.

In Zeiten der Klima-Krise und der anstehenden Verkehrswende werde die A 39 auch politisch noch weiter unter Druck geraten, so dass die aussichtsreichen Klagen von BUND, Gemeinden und Landwirten vielleicht sogar unnötig würden.


Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbütte

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Andere Umwelt-Maßstäbe für VW als für A-39-Betroffene?

Fragen zur geplanter Genehmigung einer Erweiterung der VW-Teststrecke bei Ehra


Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) Niedersachsen stellt kritische Fragen an den Landkreis Gifhorn wegen dessen geplanter Genehmigung einer Erweiterung der VW-Teststrecke bei Ehra. Der Volkswagen-Konzern wolle dort weitere zehn Hektar Wald roden und weitere 122.000 Quadratmeter Boden versiegeln – was dort laut Umweltprüfung unbedenklich sei. Gleichzeitig aber argumentierten die A-39-Planer immer noch, dass man aus Umweltgründen dort (westlich neben dieser Teststrecke) keine Tank- und Rastanlage (T+R) bauen könne. Dies sei zuletzt vor einigen Wochen bei einer Veranstaltung in Uelzen von Vertretern der Straßenbaubehörde so behauptet worden.

Eine Rastanlage an dieser Stelle, neben dem VW-Testgelände, könne aber laut LBU die bisher geplanten Tank- und Rastanlagen in Riestedt/Rätzlingen (Kreis Uelzen) und auch in Jembke (Kreis Gifhorn) überflüssig machen. Gerade an diesen Orten befürchteten Anwohner und Landwirte massive Beeinträchtigungen durch LKW-Lärm, Zusatzverkehre, Dauerlicht, Kriminalität, Umwege und Bodenverluste. LBU-Vertreter Eckehard Niemann betont, dass für den VW-Konzern keine anderen Umweltschutz-Maßstäbe gelten dürften als für betroffene Gemeinden und Bürger.

Die zuständigen Politiker und Stellen auf Landkreis-, Landes und Bundesebene seien dringend aufgefordert, sowohl die Erweiterung des VW-Testgeländes als auch den Bau einer Tank- und Rastanlage im Rahmen eines fairen Gesamtkonzeptes für diesen Standort rasch zu überprüfen. Andernfalls drohten Klagen.

Quelle: Pressemitteilung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. Regionalgruppe Ostheide - Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24 29553 Bienenbüttel